Auf der Donau herrscht die Verbandsform vor. Etwa 90% aller Transporte werden in dieser Form und nur 10% durch einzeln fahrende Motorgüterschiffe durchgeführt. Für das Rheinstromgebiet ist das Verhältnis von Einzelfahrern zu Verbänden genau umgekehrt.
Ein Verband besteht aus einem Motorgüterschiff (Schiff mit eigenem Laderaum) bzw. aus einem Schubboot und einem oder mehreren antriebslosen Leichtern (engl. Bargen), die mit dem Motorgüterschiff oder Schubboot starr verbunden sind.
Schubverband mit vier Leichtern | |||
Donau | Rhein |
| |
Länge | 193 m | 193 m | |
Breite | 22 m | 22,80 m | |
Tiefgang | 2,7 m | 3,70 m | |
Tragfähigkeit | 7.000t | 11.000t | |
Quelle: VNF - Voies navigables de France | |||
Die Grundregel der Formationsbildung lautet: Schiffseinheiten in Verbänden sind so zu gruppieren, dass die Wasserwiderstände bei Fortbewegung möglichst gering sind. Um den Widerstand der abgleitenden Bugwelle zu verringern, werden die Leichter nach hinten versetzt angeordnet.
Um Kurven mit besonders starken Krümmungsradien mit Verbänden besser durchfahren zu können, werden Verbandseinheiten – falls die technischen Einrichtungen an den Schiffseinheiten vorhanden sind – nicht starr, sondern mit gelenkigen Verbindungen gekuppelt, wodurch in der Krümmung ein gesteuertes Knicken des Verbandes möglich wird. Die Manövrierfähigkeit der Leichter kann zusätzlich durch ein Bugstrahlruder erhöht werden. Um die Spurstabilität des Verbandes zu steigern, werden Passivruder eingesetzt.
Die Anordnung der Leichter im Verband erfolgt, je nach Fortbewegungsrichtung, stromaufwärts bzw. stromabwärts. Stromaufwärts soll der Verband eine möglichst geringe Querschnittsfläche zur Strömung aufweisen (Minimierung des Treibstoffverbrauches), weshalb die Leichter hintereinander, in so genannter Zigarren- oder Spargelform, angeordnet werden. Im Gegensatz dazu fahren die Leichter stromabwärts nebeneinander, um die Manövrierfähigkeit des Verbandes, vor allem das Anhalten, zu erleichtern.
Die maximale Anzahl der Leichter eines Verbandes wechselt auf den einzelnen Abschnitten der Donau. So ist die Donau zwischen dem Hafen Passau in Deutschland und der ungarisch-slowakischen Grenzstrecke für Verbände mit bis zu vier Leichtern bei normalen Fahrwasserverhältnissen problemlos befahrbar. Im Unterlauf der Donau kann ein Verband aus bis zu 16 Leichtern bestehen.
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