
Das Österreichische Institut für Raumplanung (ÖIR) führt seit 2002 regelmäßige Untersuchungen zur Entwicklung des grenzüberschreitenden Güterverkehrs im österreichischen Donau-Korridor durch. Die aktuelle Erhebung stammt vom April 2011 (Güterverkehr im Donaukorridor und in Österreich) und bildet die Verkehrsentwicklung im Zeitraum 1990 bis 2010 ab. Die Kernaussagen der Analyse werden im Folgenden in Kürze dargestellt.
Der Donaukorridor ist der am stärksten wachsende Güterverkehrskorridor in Österreich, noch vor dem Brennerkorridor. Insgesamt stieg das grenzüberschreitende Güterverkehrsaufkommen im österreichischen Donaukorridor in den vergangenen 20 Jahren deutlich an: von 28,3 Mio. Tonnen im Jahr 1990 auf 75,4 Mio. Tonnen im Jahr 2010, was einen Verkehrszuwachs von 166,4 % bedeutet.
Nach dem merklichen Rückgang des Transportaufkommens aufgrund der Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009 konnte mit der Erholung der Wirtschaft im Jahr 2010 ein Anstieg des Güterverkehrsvolumens im österreichischen Donaukorridor um + 15,9 % gegenüber dem Krisenjahr 2009 verzeichnet werden: Schiene +15,6 %, Straße +15,7 % und Donau +17,8 %. Allerdings lag das Güterverkehrsvolumen im Jahr 2010 um 6,9 % unter jenem von 2007, womit das Jahr 2007 mit 80,9 Mio. Tonnen den Spitzenwert des Verkehrswachstums im Donaukorridor seit 1990 ausweist.
Die durch die globale Wirtschaftskrise geprägten Jahre 2008 und 2009 hinterließen bei allen Verkehrsträgern negative Werte beim Transportaufkommen im österreichischen Donaukorridor. Von 2007 auf 2009 reduzierte sich das gesamte grenzüberschreitende Güterverkehrsvolumen um -19,7 % (Schiene -24,0 %, Straße -17,2 % und Donauschifffahrt -19,3 %).
In der Periode vor der Wirtschaftskrise konnte ein enormer Verkehrszuwachs im österreichischen Donaukorridor verzeichnet werden. Dieser spielte sich in erster Linie auf der Straße ab: Wurden von diesem Verkehrsträger im Jahr 1990 noch 9,4 Mio. Tonnen transportiert, so waren es im Jahr 2007 bereits 43,9 Mio. Tonnen (+367,0 %). Im Transit durch den österreichischen Donaukorridor liegt das Verkehrswachstum auf der Straße in diesem Zeitraum bei 974,2 %, d.h. dass 2007 im Donaukorridor mehr als die 10-fache Menge an Gütern auf der Straße bewegt wurde als noch im Jahr 1990! Auf der Schiene stieg das Güterverkehrsaufkommen zwischen 1990 und 2007 von 11,3 Mio. Tonnen auf 25,9 Mio. Tonnen (+129,2 %) und auf der Donau von 7,5 Mio. Tonnen auf 11,1 Mio. Tonnen (+48,0 %).
Das folgende Diagramm zeigt die Verkehrsentwicklung im österreichischen Donaukorridor für den gesamten grenzüberschreitenden Verkehr über die letzten 15 Jahre (1995 bis 2010), wobei vor allem die starken Wachstumsraten auf der Straße augenscheinlich sind.
Das folgendes Diagramm zeigt, dass das absolute Verkehrsaufkommen im Donaukorridor an der Westgrenze höher ist als an der Ostgrenze. Andererseits ist das relative Wachstum an der Ostgrenze höher als an der Westgrenze.
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