Das Verkehrsaufkommen im österreichischen Donaukorridor hat seit Mitte der 1990er-Jahre rasant zugenommen. Im Jahr 2010 lag es bei über 75 Mio. Tonnen und ist damit seit dem Jahr 1995 um 113 % gestiegen. (Für 2010 basieren die Daten für den Verkehrsträger Straße aufgrund noch fehlender offizieller Zahlen auf einer Schätzung des Österreichischen Instituts für Raumplanung). Im Vergleich zum Krisenjahr 2009 ist das Transportaufkommen im Korridor im Jahr 2010 um 15,9 % oder 10,4 Mio. Tonnen gestiegen, lag aber mit 75,4 Mio. Tonnen noch knapp unter der transportierten Gütermenge von 2008, die sich auf 78,9 Mio. Tonnen belief.
Die Grafik zeigt das grenzüberschreitende Transportaufkommen (Nettotonnen) der drei Verkehrsträger Schiene, Straße und Wasserstraße im Donaukorridor differenziert nach der Verkehrsart (Import, Export und Transit). In Betrachtung aller Verkehrsträger wird deutlich, dass der Westverkehr in Bezug auf die Transportmengen deutlich größer ist als der Verkehr an der Ostgrenze Österreichs. Der bilaterale Verkehr (in Summe von West- und Ostgrenze) ist im Jahr 2010 mit 57,4 Mio. Tonnen immer noch deutlich höher als der Transit mit 18,0 Mio. Tonnen. Vor allem der Transit ist jedoch in den letzten Jahren massiv angestiegen. Er ist heute 2,2-mal höher als im Jahr 1995, auf der Straße sogar 5,3-mal höher.
Die Straße dominiert den Modal Split im Donaukorridor mit knapp 56 %. Damit werden auf der Straße mehr Güter transportiert als von den beiden anderen Verkehrsträgern zusammen. In den Jahren 2008 bis 2010 war in der Ostrelation im Export zu Tal eine merkliche Verkehrsverlagerung von der Schiene auf die Straße zu beobachten, während der Anteil der Schifffahrt in diesen Jahren in etwa gleich geblieben ist. Umgekehrt konnte die Schiene ihren Modal-Split-Anteil bei den Importen aus dem Westen auf Kosten der Straße leicht steigern.
Die Donausschifffahrt spielt als Verkehrsträger trotz der Dominanz des Straßentransports im Korridor eine wichtige Rolle. Ihre Bedeutung zeigt sich vor allem im Transport zu Berg: Im Import hatte die Donau hier im Jahr 2010 einen beachtlichen Anteil von knapp mehr als einem Drittel, im Transit waren es 23 % – damit lag das Binnenschiff in beiden Verkehrsarten in dieser Verkehrsrichtung anteilsmäßig in etwa gleichauf mit der Straße. Erst im Import und im Export an der Westgrenze sowie im Transit zu Tal geht ihre Bedeutung zurück – hier dominiert die Straße mit einem Modal-Split-Anteil von jeweils mehr als 60 % deutlich.
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