Die Fahrwasserverhältnisse in den freien Fließstrecken der österreichischen Donau (Wachau und östlich von Wien) bewegten sich im Jahr 2010 etwas über dem langjährigen statistischen Durchschnitt.
Von März bis September herrschten im Allgemeinen sehr gute Fahrwasserverhältnisse, wobei an knapp 50 % der Tage die Wasserstände am Pegel Wildungsmauer (Richtpegel für die Strecke östlich von Wien) über Mittelwasser lagen.
Die Monate Januar und Februar waren wie auch im Jahr 2009 von Niederwasser geprägt, jedoch lagen im Jahr 2010 die gemittelten Tagespegelwerte für Wildungsmauer im Schnitt um 2,4 dm über jenen von 2009. Die Wasserstände der Donau bewegten sich im Jahr 2010 an 16 Tagen dieser beiden Monate unter Regulierungsniederwasser (RNW 96); im Jahr 2009 waren es in Summe 39 Tage. Im Vergleich der prinzipiell niedrigen Wasserführung der Donau in den Monaten Oktober bis Dezember 2010 zu 2009 ist festzustellen, dass die gemittelten Tagespegelstände am genannten Richtpegel in beiden Jahren im Durchschnitt bei knapp über 220 cm lagen (2009: 222 cm; 2010: 225 cm).
Über das gesamte Jahr betrachtet lag der durchschnittliche monatliche Auslastungsgrad der Güterschiffe mit 64,2 % deutlich über den in den letzten Jahren erreichten Werten (2009: 60,0 %; 2008: 61,3 %). Im Jahr 2010 schwankten die Auslastungsgrade zwischen 56,7 % im Februar und 70,5 % im August. Die für 2010 erhobenen Daten zur durchschnittlichen Auslastung der Güterschiffe spiegeln die niedrige Wasserführung der Donau im Januar und Februar bzw. im Oktober und November wider, denn in diesen Monaten betrug die Auslastung im Mittel nur knapp 59 % (2009: 55 %).
In der Güterschifffahrt entscheidet vor allem die verfügbare Fahrwassertiefe über die mögliche Abladetiefe eines Schiffes und damit auch über die Beladungsmenge. Schifffahrtstreibende müssen im Zuge der Beladung ihres Schiffes teilweise bereits Tage vor Passieren eines kritischen Bereichs die dann für die jeweiligen Streckenabschnitte verfügbaren Fahrwasserverhältnisse anhand sogenannter Richtpegel abschätzen. Der in der Grafik gezeigte Pegel Wildungsmauer ist der maßgebliche Indikator für die Fahrwasserverhältnisse in der freien Fließstrecke der österreichischen Donau zwischen Wien und Bratislava.
Zwischen den Fahrwasserverhältnissen und dem Auslastungsgrad von Güterschiffen besteht also ein direkter Zusammenhang. Als Faustregel gilt: Können relativ hohe Abladetiefen erzielt werden, steigt der durchschnittliche Auslastungsgrad der Schiffe und die Schifffahrtstreibenden benötigen weniger Fahrten, um dieselben Gütermengen zu transportieren. Diese Zusammenhänge können durch eine Betrachtung der beiden Grafiken für die Jahre 2009 und 2010 sehr gut nachvollzogen werden.
Mit höheren Transportmengen pro Schiff bzw. Schiffsverband verbessert sich auch das Verhältnis der Frachteinnahmen zu den Kosten und somit die Wettbewerbsfähigkeit der Donauschifffahrt. Dies wiederum macht die Schifffahrt als Verkehrsträger für die verladende Wirtschaft interessant, es steigt das Transportaufkommen auf der österreichischen Donau insgesamt.
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