Wien, im April 2004
Franz Dosch
Schon in vorgeschichtlicher Zeit hat die Donau als Verkehrsweg im Handel mit Metallen, Salz, Fellen und Bernstein eine besondere Stellung eingenommen. Ihre Bedeutung hat sich mit der Ausdehnung des römischen Imperiums noch beträchtlich gesteigert, da die Römer über diesen Weg ihre Stützpunkte an der Nordgrenze ihres Reiches versorgt haben. Auch während der Völkerwanderung kommt der Donauverkehr nicht zum Erliegen und bleibt nach dem Verfall der Römerstraßen die einzige leistungsfähige West-Ost-Verbindung. Im Mittelalter ist die Donau eine Hauptachse des Fernhandels nach Griechenland und Indien. Im Donauraum treffen Kaufleute der damals bekannten Welt zur Abwicklung ihrer Handelsgeschäfte zusammen. Erst als die Türken nach der Eroberung von Konstantinopel die mittlere Donau erreichen und absperren, wird diese Entwicklung unterbrochen. Dennoch bleibt der Schiffahrtsweg für den lokalen Handel weiterhin wichtig; während der Türkenkriege werden die österreichischen Truppen auf dem Donauweg mit Nachschub versorgt.
Hinsichtlich der technischen Abwicklung des Schiffsverkehrs ändert sich in diesen Jahrhunderten allerdings nur wenig. Hölzerne Schiffe und Flöße treiben mit ihrer Ladung stromabwärts und werden am Bestimmungsort meist zerlegt und das Holz verkauft. Größere Boote werden allerdings wieder stromauf geschleppt. Dies geschieht mit Pferden in Form der sogenannten Treidelzüge, einer für Mensch und Tier äußerst aufwendigen und beschwerlichen Methode.
Das kontinuierliche Anwachsen des Verkehrs machte die Schwierigkeiten der Beförderung der Holzschiffe gegen den Strom immer deutlicher bewusst. Die sich aus der Unpaarigkeit dieser Art der Verkehrsabwicklung ergebende unzureichende Rentabilität trägt gleichfalls dazu bei , die Bemühungen um zweckmäßigere Beförderungsmethoden für die Schiffahrt auf der Donau zu entwickeln.
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